Steuerliche Behandlung einer Solaranlage

Interview mit Herrn Vix (Steuerberater der FACT Steuerberatungsgesellschaft mbH)


Frage: Muss ich nach dem Kauf einer Solaranlage ein Gewerbe anmelden?


Als Betreiber einer Solaranlage wird man zum Unternehmer bzw. Gewerbetreibenden. Diese gewerbliche Tätigkeit ist bei dem Finanzamt anzuzeigen. Das Finanzamt sendet dann einen Fragebogen zur Betriebseröffnung zu, in welchem neben den persönlichen Daten im Wesentlichen die Art und die voraussichtliche Höhe der Einnahmen bzw. des erwarteten Gewinns erfragt werden.


Auf Basis dieser Daten prüft das Finanzamt, ob eventuelle Steuervorauszahlungen zu leisten sind und welche Steuererklärungen bzw. Voranmeldungen künftig abzugeben sind. Eine Gewerbeanmeldung ist im Allgemeinen nicht notwendig, da insbesondere kleine Anlagen bis zu einer Leistung von 10 kWp als „Bagatelle“ eingeordnet werden. Sie sollten dies im Einzelfall aber mit Ihrer Gemeinde bzw. Stadt abklären.


Frage: Welche steuerlichen Pflichten kommen auf mich zu? Was muss ich beachten?


Als Betreiber einer Solaranlage sind Sie verpflichtet, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärungen abzugeben sowie Umsatzsteuer-Voranmeldungen einzureichen. Der Gewinn aus der Solaranlage ist in Ihrer Einkommensteuererklärung auf der Anlage G einzutragen und die einzelnen Werte der Gewinnermittlung in der Anlage EÜR darzustellen. Die steuerlich relevanten Unterlagen und Belege sind dabei 10 Jahre aufzubewahren.


Frage: Was bedeutet es eine „Umsatzsteuer-Voranmeldungen“ abzugeben?


Durch die Volleinspeisung des Solarstroms werden Sie als Betreiber umatzsteuerpflichtig. Wenn der Jahresumsatz zzgl. der darauf anfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr € 17.500,00 nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr € 50.000,00 voraussichtlich nicht übersteigen wird, können Sie sich als Kleinunternehmen auf Antrag von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen.


Die Umsatzsteuerpflicht bietet jedoch dem privaten Solarstromerzeuger meist einen finanziellen Vorteil. Die anfangs geleistete Vorsteuer auf die Investition in die Solaranlage wird im Investitionsjahr vom Finanzamt erstattet. Weiterhin kann man sich die Vorsteuern aus den anderen Betriebsausgaben ebenfalls erstatten lassen. Im Gegenzug muss der Photovoltaikbetreiber Umsatzsteuer auf die Einspeisevergütung an das Finanzamt zahlen. In den ersten beiden Jahren ab Beginn der Tätigkeit muss monatlich mit dem Finanzamt über die Umsatzsteuer abgerechnet werden. Die Voranmeldungen sind grundsätzlich auf elektronischem Weg dem Finanzamt einzureichen.


Frage: Wie wird der Gewinn ermittelt?


Der Gewinn oder auch Verlust, der aus dem Betrieb einer Solaranlage entstanden ist, kann grundsätzlich durch eine einfache Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und der Betriebsausgaben, die sogenannte „Einnahmen-Überschussrechnung“, ermittelt werden. Zu den Einnahmen zählen in der Regel die Einspeisevergütungen. Zu den Ausgaben zählen insbesondere Planungs-, Anschaffungs- sowie Reparatur- und Wartungskosten. Auch Kosten für die Steuerberatung, Versicherungskosten und nachweisbare Kreditzinsen zählen dazu sowie alle Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Betreiben einer Solaranlage.


Frage: Muss ich immer Gewerbesteuer zahlen?


Die Gewerbesteuer ist für die meisten Betreiber einer Photovoltaikanlage eher unproblematisch.
Gewerbesteuer ist erst zu zahlen, wenn der Gewerbeertrag einen Freibetrag in Höhe von € 24.500,00 im Jahr übersteigt. Der Gewerbeertrag ist der Gewinn korrigiert um verschiedene gewerbesteuerliche Hinzurechnungen und Kürzungen. Damit ist die Gewerbesteuer nur bei größeren Anlagen ein Thema. Doch selbst dann wird die Belastung mit Gewerbesteuern durch eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer in den meisten Fällen vollständig ausgeglichen.


Frage: Kann ich den Kaufpreis voll von der Steuer absetzen?


Der Kaufpreis zzgl. der Kosten, die mit dem Kauf der Anlage zusammenhängen bilden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sie können im Jahr der Zahlung jedoch nicht voll als Betriebsausgabe angesetzt werden, sondern sind über einen Nutzungszeitraum von 20 Jahren steuerlich abzuschreiben.


Frage: Kann ich die Anlagen auch zusammen mit einer weiteren Person kaufen?


Das ist problemlos möglich. Sobald Sie mit einer weiteren Person zusammen eine Anlage kaufen, bilden Sie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Auch hier wären die vorgenannten steuerlichen Pflichten zu beachten. Aber auch andere Rechtsformen (OHG, KG, GmbH, GmbH & Co. KG) können gewählt werden. Es ist jedoch sinnvoll sich mit einem Steuerberater zu besprechen.


Frage: Gibt es staatliche Förderungen für den Kauf einer Solaranlage?


Besonders lukrativ kann eine Solaranlage durch einen Zuschuss werden, den manche Gemeinden auf Antrag aus kommunalen Mitteln zu den Anschaffungskosten gewähren. Es empfiehlt sich deshalb, vor der Auftragserteilung bei den örtlichen Gemeinden nachzufragen, ob ein Förderprogramm diesbezüglich besteht. Weiterhin werden Solaranlagen auch durch zinsgünstige Darlehen gefördert. Hierzu sollte mit der Hausbank Kontakt aufgenommen werden, die über die einzelnen Kriterien für ein zinsgünstiges Darlehen, z.B. Kfw-Darlehen Informationen geben kann.


Frage: Sollte ich in jedem Fall einen Steuerberater hinzuziehen?


Es besteht keine Verpflichtung, einen Steuerberater hinzuzuziehen, aber es kann durchaus sinnvoll sein, professionelle Hilfe durch einen Steuerberater in Anspruch zu nehmen. Gerne steht Ihnen die FACT Steuerberatungsgesellschaft mbH für weitere Auskünfte zur Verfügung.


Kontaktadressen:


entrason solarpark gmbh, Korbacher Straße 4, 34549 Edertal-Giflitz
Telefon: +49 (0) 5623 9 33 53 400 – E-Mail: solarpark@entrason.de
www.entrason-solarpark.de

FACT Steuerberatungsgesellschaft mbH, Wilhelmshöher Allee 256, 34119 Kassel
Telefon: +49 (0) 561 31 66 86-0 – E-Mail: info@fact-ks.de
www.fact-ks.de